Fundamentale Bewegungsmuster – Krabbeln

Wenn Kinder gelernt haben sich auf den Bauch und wieder zurück auf den Rücken zu drehen (rollen, siehe letzter Artikel), entdecken Sie schon bald, dass sie in Bauchlage über das Heranziehen der Ellenbogen unter den Körper kriechen können (schönes Latissimustraining).

Ziehendes Kriechen mit den Armen, also ohne den helfenden Einsatz der Beine, wird u. a. als Trainingsübung bei Militäreinheiten und Kampfsportlern oder Teilweise auch im Training anderer Sportarten eingesetzt.

Die nächste Stufe in der Entwicklung des Babys ist das Krabbeln auf Knien und Händen, wodurch die Fortbewegungsgeschwindigkeit deutlich erhöht werden kann.

Ein weiterer Schwierigkeitsgrad, welcher im Tierreich Standard ist, aber von Babys häufig übersprungen wird, ist das Krabbeln/Gehen auf Händen und Füßen (ohne, dass die Knie den Boden berühren). Wie mir eine junge Mutter allerdings berichtet hat, wird dieser Schritt oft deshalb übersprungen, weil Eltern ihre Babys weniger auf harten Böden Krabbeln lassen. Würden sie dies tun, dann finden die Babys bald selbst heraus, dass es angenehmer ist, die Knie anzuheben.

Krabbeln lässt sich sehr gut im Fitnesstraining einsetzen. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass der Bewegungsmangel dazu geführt hat, dass sehr viele Menschen große Schwierigkeiten mit der Umsetzung haben (bezogen auf die Koordination, die Stabilität und die Kraft).

Deshalb ist der Einstieg ins „Krabbeltraining“ zunächst über das Krabbeln auf Knien und Händen zu empfehlen, um sich das grundlegende diagonale Bewegungsmuster des Kreuzganges auf allen Vieren wieder anzueignen. Dabei bewegen sich das rechte Bein und der linke Arm zusammen vorwärts und umgekehrt.

Wird das problemlos vorwärts und rückwärts beherrscht, sind Sie bereit für die nächste Stufe: das Krabbeln auf Händen und Füßen.

Beim Krabbeln sind v. a. vier Punkte entscheidend:

1. die Finger zeigen nach vorne

2. die Schultern sind hinten unten

3. der Oberkörper sollte etwa parallel zum Boden bleiben (Po runter)

4. das Becken bleibt parallel zum Boden (Nicht beim Krabbeln mit dem Hintern wackeln! Stellen Sie sich vor, dass Sie ein Panther sind und keine Ente!)

Viele werden schnell feststellen, wie ungewohnt, schwer und anstrengend das ist. Nun wissen Sie aber auch, welche Kraft (-ausdauer) viele Tiere tatsächlich haben.

Krabbeln ist eine tolle Fitnessübung für die Kraftausdauer im Oberkörper.

Einige Physio- und Sporttherapeuten aus den USA bauen in letzter Zeit wieder vermehrt das Krabbeln in die Rehabilitation und das Athletiktraining mit ein, da es eine gute Rumpfstabilität bewirkt und eine tolle Übung für die Rotatorenmanschette (Muskelgruppe an der Schulter) zur Stabilisation der Schultern darstellt.

Neben den ganzen stabilisierenden und ziehenden Übungen, die die Arbeit der Rotatorenmanschette verbessern, stellt das Krabbeln eine gute Übung dar, weil dabei der Oberarmkopf schön nach hinten gedrückt und in der kleinen Gelenkpfanne zentriert wird.

Im Fitnesstraining können Sie das Krabbeln ins Aufwärmen oder als Kraftausdauerübung am Ende des Trainings einbauen.

Sie können auf Strecke krabbeln, z. B. 20, 50 oder gar 100 m und dies mehrmals wiederholen oder in Zeitintervallen, z. B. mehrmals 20, 30 oder 40 s lang mit Pausenzeiten, die je nach Fitnessstand doppelt, genau so oder nur halb so lange dauern.

Hier ist noch mal eine anschauliche Erklärung:

Das Krabbeln auf einem Balken o. ä. stellt eine weitere tolle Steigerung für die Schulterstabilität (Rotatorenmanschette) und Rotationsstabilität im Rumpf dar.

Siehe folgendes Video bei 00:39 min:

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