Der beste Fitnesstest für Nichtsportler und wie wir fitter durch den Alltag kommen können

Unser technisierter Alltag führt dazu, dass wir praktisch keine körperlichen Herausforderungen mehr bestreiten müssen, um den normalen Durchschnittstag gut bewältigen zu können.

Die Kehrseite der Medaille ist jedoch, dass unsere Belastbarkeit dadurch dramatisch sinkt, ohne dass wir es mitbekommen. Nur, wenn einmal der Fahrstuhl oder die Rolltreppe ausfällt und wir mit Gepäck die Treppe gehen müssen, stellen wir fest, wie unfit wir tatsächlich geworden sind.

Oder, wenn mir einmal den Garten umgraben, im Urlaub skifahren, wandern oder eine andere Sportart ausprobieren wollen bzw. in ein Fitnesstraining einsteigen – also alles Dinge, die unser Körper von Natur aus spielend bewältigen könnte – wenn unsere Fitness nicht in einem derartig desolaten Zustand wäre.

Das kommt in der Regel jedoch so selten vor, dass wir irgendwann völlig überrascht sind, wenn sich eine Krankheit, die sich über Jahre und Jahrzehnte entwickelt hat, plötzlich offen zeigt (z. B. Diabetes, koronare Herzerkrankung, Bluthochdruck, Schlaganfall, Herzinfarkt, Arthrose, Osteoporose, Krebs, …)

Das Alter ist hier keine Ausrede, denn der Großteil der Gebrechen im Alter wird neben einem Nährstoffmangel eben durch diesen eklatanten Bewegungsmangel verursacht.

Wir halten es jedoch für normal, wenn man spätestens ab 50 Lebensjahren unbeweglich, schwach und kurzatmig ist und sich mit allerlei orthopädischen und internistischen Beschwerden durch den Alltag kämpft. Dagegen gibt es ja "die Tablette" oder "die Spritze", die uns so gerne als Lösung verkauft wird.

Wir meinen, dass Normalität in Ordnung ist, da wir dann nicht so aus der breiten Masse herausstechen, aber wer will denn schon normal sein? Wenn wir also das für normal halten, was die meisten anderen machen, denken, tun oder sind, dann wäre es laut der bundesdeutschen Statistiken normal, dass wir übergewichtig, unbeweglich, schwach, mit mehreren Erkrankungen oder Erkrankungssymptomen versehen und nicht sehr glücklich mit dem Leben sind.

Und dann wundern wir uns, dass das gerade uns passiert. Dabei war es doch unsere Entscheidung, "normal" zu sein.

Ein Bekannter von mir hat gerade eine Reise gemacht, bei der u. a. auch sechsstündige Wanderungen in bergigem Gebiet anstanden. Unter den 70- bis 80-Jährigen war er einer der jüngsten Teilnehmer in der Gruppe und erstaunt, dass alle anderen deutlich fitter waren als er.

Das hat ihn sehr motiviert, seine Fitness zu verbessern, damit er weiterhin mit Freude die Welt bereisen kann, ohne auf körperliche Einschränkungen Rücksicht nehmen zu müssen.

Sportler, die an Wettkämpfen teilnehmen, testen dort ihre sportartspezifische Fitness. Das heißt natürlich nicht, dass sie deshalb in allen Fitnessbereichen gute Leistungen erzielen. So haben z. B. Läufer in der Regel wenig Kraft und Kraftsportler eine geringe Ausdauer.

Der normale Freizeit- oder gar Nichtsportler (letzteres betrifft fast 50 % der Deutschen) hat bis auf die oben genannten körperlichen Herausforderungen kaum Möglichkeiten seine Fitness zu testen.

Ich bin gestern wieder einmal erneut auf einen der besten Fitnesstests für "Otto-Normaltrainierer" (Freizeit- und Breitensportler) aufmerksam geworden, als ich bei zwei Wohnungsumzügen helfen durfte.

Bei einem Umzug zeigt sich sehr schnell und deutlich wie vielseitig die Fitness ausgeprägt ist und wo man noch an sich arbeiten kann. Beim Umzug muss man:

  • beweglich sein, weil nicht immer alles sauber für einen bereit gelegt wurde,
  • eine gute Rumpfstabilität haben, um den Rücken in sämtlichen Körperpositionen stabilisieren zu können,
  • eine in allen Bereichen gut entwickelte Kraft haben, um schwere Gegenstände aus sämtlichen Winkeln heraus sicher anheben, auf verschiedenste Arten tragen (vor dem Körper, hinter dem Körper, seitlich, über der Schulter, über Kopf, einhändig, beidhändig, mit gestreckten oder gebeugten Armen), weiter geben und absetzen zu können,
  • eine gute (Kraft-) Ausdauer haben, denn die Sachen müssen teilweise über längere Strecken, über Treppen sowie in und aus einem erhöhten Fahrzeug transportiert werden. Lange Pausen darf man sich nicht gönnen, denn das Mietfahrzeug muss zurückgegeben, die alte Wohnung aufgrund der Kündigung geräumt werden und die Helfer haben in der Regel auch nur begrenzt Zeit.

 

Bildquelle: fistfuloftalent.com/2010/05/want-a-better-relocation-policy-move.html

Wer hier mit kurzen Pausen auch immer wieder schwerere Gegenstände bewältigen kann (z. B. Autoreifen, Schränke und Sideboards, Kühlschränke, Bettgestelle, Bücherkisten, alte Fernseher mit Bildröhre, Waschmaschinen), ohne erschöpft zusammenzubrechen und an den beiden Folgetagen das Programm erneut durchführen könnte, dem kann sicher eine gute Rundumfitness bescheinigt werden.

Ich persönlich gehe Umzüge als Helfer oder auch eigene stets mit Freude an, da ich hier die seltene Gelegenheit bekomme, meine Fitness in allen Facetten testen zu können. Außerdem bekomme ich die Möglichkeit, einen körperlich sehr aktiven Tag zu verbringen, ohne an den Schreibtisch gebunden zu sein. (Das soll jetzt aber keine Bewerbung sein, um mich zu sämtlichen Umzügen als Helfer einzuladen…)

Nun kommen Umzüge nicht so häufig vor, aber wenn Sie Ihre Fitness öfter testen wollen, dann suchen Sie sich andere Gelegenheiten, z. B. beim Bauern mithelfen, den Garten umgraben, Holz hacken, den Dachboden entrümpeln, … Werden Sie kreativ oder suchen Sie sich vielfältige Herausforderungen im Training, auf die Sie hintrainieren.

Hier zeigt sich einfach, dass ein alltagsnahes "funktionelles Training" den Körper so vorbereitet, dass die Fitness auch tatsächlich im Alltag angewendet werden kann, was z. B. bei einem rein gerätebasierten oder auf Körperformung ausgerichteten Training eher weniger der Fall ist.

Die Körperformung kann je nach Trainings- und Ernährungsmethodik natürlich auch ins Functional Training integriert werden. So können wir sämtliche Fliegen mit einer Klappe schlagen: Wir werden gesünder, bekommen eine Fitness, die sich auch wirklich anwenden lässt und sehen nicht nur fit aus, sondern sind meistens sogar noch fitter als wir aussehen.

Entsprechende Möglichkeiten, um das Training wie beschrieben zu gestalten, gibt es hier im Blog unter der Kategorie "Training" oder bebündelt in meinen Büchern, DVDs und Videokursen.

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