Barfußgehen, Barfußlaufen und Barfußtraining

Neulich war ich mal wieder in einem Barfußvortrag samt Workshop, was erneut sehr eindrücklich war.

Der Körper erfährt einen Großteil über seine Umwelt durch die Füße, die vollgepackt sind mit Sensoren.

Wenn wir Schuhe tragen, geht ein großer Teil dieser sensorischen Fähigkeit und die Funktionalität des Fußes verloren.

Wer einmal barfuß durch den Wald gegangen ist, wird dies schnell bestätigen können.

Wenn man zum Beispiel Hunden oder Katzen Schuhe anzieht (was ich nicht empfehle), dann wird schnell deutlich, wie drastisch Schuhe die Wahrnehmung einschränken.

Es sieht zwar lustig aus, ist aber ein erschreckendes Beispiel für einen Zustand, über den wir uns leider schon gewöhnt haben.

Das zuvor souveräne Körpergefühl geht völlig verloren, weil die sensiblen Rückmeldungen der Füße fehlen.

Bei Kindern, die zum ersten Mal Schuhe tragen, sieht es meist auch nicht anders aus.

Kinder brauchen keine Schuhe, die die Füße stützen, denn die Füße selbst entwickeln sich zu sehr sensiblen Hochleistungsstützen, wenn man sie nur lässt.

Ein Schuh schränkt nur massiv die Entwicklung gesunder, funktionsfähiger Füße ein.

 

Schnellcheck der Füße: Wenn Sie Ihre nackten Füße im Stand betrachten, sollten diese eine deutliche ausgeprägte V-Form aufweisen, der große Zeh gerade nach vorne zeigen und eine sichtbare Lücke zwischen großem und zweiten Zeh haben.

Ist dies nicht der Fall, haben Sie bereits deformierte und somit nicht mehr richtig arbeitende Füße, was sich auf den ganzen Körper negativ auswirken kann.

Das Tragen der bei vielen beliebten Flip-Flops beschleunigt diese Fußdeformation.

Eigentlich sollten diese beim Gehen vom Fuß rutschen und das Gehen damit recht anstrengend für die Zehen sein, wenn der Fuß noch richtig funktioniert.

Hier wären Sandalen die bessere Wahl.

Mittels Fußgymnastik und viel Bewegung ohne Schuhe oder in dünnen, elastischen Socken, lässt sich jedoch häufig noch viel wieder herstellen.

Wenn Sie Schuhe tragen, dann sollten es am besten welche mit ganz flachen, dünnen Sohlen und ohne Absatz sein.

Eine flexible Sohle erlaubt mehr Beweglichkeit und eine noch bessere Wahrnehmung.

Kaufen Sie Schuhe, die vorne sehr weit und am besten ein paar Nummern zu groß sind, damit sich der Fuß wieder gut ausbreiten und arbeiten kann.

Alles, was den Fuß oder die Zehen von außen einengt, verändert dauerhaft die Form und Funktionsfähigkeit der Füße.

Um zu sehen, ob Ihnen die Schuhe ausreichend Platz bieten, kann folgender grober Test helfen:

Stellen Sie Ihren Fuß von oben auf den Schuh. Drumherum (außer an der Ferse, welche fest sitzen sollte), muss noch Platz und Spielraum sein.

 

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4 Kommentare

  1. Veröffentlich von Mario am 16. August 2016 um 8:36

    Hallo Till,

    sehr eindrucksvoll auch dieses Video, wo ein Laufanfänger (Kleinkind) einmal mit dünnen Lederschlüppchen und einmal mit dicken Turnschuhen läuft:
    https://www.youtube.com/watch?v=-WdudE4rbN0

    Ebenso sehenswert ist der Barfußprofessor:
    https://www.youtube.com/watch?v=7jrnj-7YKZE

    Der Ratschlag auf Schuhe mit möglichst viel Platz für die Zehen und ohne Fersensprengung zu setzen, kann ich unterstützen. Ohne Dämpfung – besonders an der Ferse – jedoch meiner Meinung nur, wenn man daran gewöhnt ist bzw auf harten Untergründen entweder sehr sanft mit der Ferse aufsetzt oder gleich im Vorfuß- oder Ballengang geht. Dann wird ein Schuh draus 😉

    Gruß,
    Mario



  2. Veröffentlich von Gabriela am 16. August 2016 um 10:32

    Guter Beitrag und auch wenn man vielleicht unwillkürlich lachen muss, zum Lachen ist das Video mit dem Kind ja nicht.

    Ich will hier keine Verkaufswerbung machen, jedoch ist es ja manchmal ganz hilfreich, dann auch eine Bezugsquelle zu haben. Ich trage schon seit Jahren die Schuhe von: http://www.senmotic-shoes.eu/ . Die sind „Straßen- und auch Bürotauglich :-)“.
    Zugegeben nicht ganz preiswert, die haben jedoch auch öfter Sonderangebote (insbesondere, wenn man zum Newsletter angemeldet ist). Die Schuhe werden in Deutschland von einer deutschen Firma gefertigt. Umso erstaunlicher fand ich es, dass Steve Maxwell am 5. Juli 16 („What´s my bag“ ) in seinem Blog geschrieben hat: “ My cold weather shoes are made by a German company called Senmotic and they have awesome leather shoes.“

    Auf meiner Wunschliste für Barfuss-Schuhe, die mehr für Outdoor-/Trainings-Aktivitäten gedacht sind, steht ganz oben: http://www.leguano.eu/. Auch eine „deutsche Erfindung“. Ich bin da vor kurzem im Urlaub im Norden auf einen Laden von denen gestossen und war so verblüfft und begeistert, wie die Verkäuferin mit den Schuhen mit den dünnen Sohlen in Glasscherben auf und ab gehüpft ist, dass ich gleich gefragt habe, ob ich mal ein Video machen darf…durfte ich 🙂 .
    https://youtu.be/KXVrhnHWRis
    Die Verkäuferin erzählte, dass Kinder die Schuhe manchmal gar nicht mehr ausziehen wollen :-). Da das natürlich für Eltern und bei Kinderfüssen, die ja auch noch recht schnell wachsen, auch immer eine Kostenfrage ist, war der Rat, die Schuhe etwas größer zu kaufen. Der Wiederverkaufswert (bei Ebay) ist wohl recht hoch. Die Schuhe lassen sich waschen, ist also auch beim Gebrauchtkauf trotzdem hygienisch.



  3. Veröffentlich von Dr. Till Sukopp am 17. August 2016 um 15:00

    Danke. Ich kann die Seite http://www.barfusslaufen.com empfehlen, denn da gibt es verschiedene Modelle. Die Senmotikschuhe habe ich übrigens für Steve Maxwell gekauft, nachdem er sie bei einem Seminarteilnehmer in Köln gesehen hat. 🙂
    Die Leguano-Schuhe sind sicher besser als normale Lederschuhe oder enge Sneakers, aber ich empfehle eher andere wie man sie z. B. auf barfusslaufen.com findet. Leguanos sind z. a. zu eng für den Fuß.



  4. Veröffentlich von Daniel am 29. September 2016 um 19:14

    Ich musste jahrelang Einlagen tragen. Bei mir wurde vom Arzt ein Senk-/Spreizfuß diagnostiziert. Die Ursache war wohl eine Kombination aus unpassende Schuhen und einer Verletzung beim Joggen. Meine Füße sind recht breit und die Zehen lang. D.h. der große Zeh ist nicht am längsten. Dafür findet sich nur schwer richtig passendes Schuhwerk. Schon gar nicht mit Einlagen.
    Auf jeden Fall habe ich alle möglichen Einlagen und Orthopäden ausprobiert. Hatte aber immer mal wieder Schmerzen im Rücken, Nacken und unter dem Schulterblatt (steifer Hals). Es war einfach zum verzweifeln. Dann bin ich durch Zufall auf Einlagen von Jurtin Medical gestoßen (ich stehe nicht mit der Firma in Verbindung). Diese zahlt die Kasse nicht, daher kennen/empfehlen das die Ärzte wohl nicht. Nach nun zwei Jahren mit diesen Einlagen und einem halben Jahr parallelem, regelmässigen Barfußlaufens (Aufbau der Muskulatur bzw. Stabilisation) brauche ich tatsächlich gar keine Einlagen mehr! Ich kann kaum sagen, wie toll das ist. Ich hab es selbst kaum für möglich gehalten.

    Ich kann jedem nur empfehlen viel Barfuß zu laufen bzw. immer mal wieder Barfußschuhe zu tragen. Das hält die Füße fit. Neben den schon genannten fällt mir noch die Firma Zaqq aus Leipzig ein. Die reparieren die Schuhe auch und können die Sohle austauschen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen unsere Füße sind irre wichtig! Beste Grüße 🙂



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